Scheidung mit Liegenschaft in der Schweiz –

Welcher Ehegatte darf das Haus nach der Scheidung behalten?

Welche Konsequenzen hat die Scheidung für die Liegenschaft der Eheleute? Wer muss aus der Immobilie ausziehen und sein Miteigentum verkaufen? Bei der Scheidung in der Schweiz findet neben der Festsetzung über den Unterhalt, der elterlichen Sorge und der Obhut über die Kinder, dem Vorsorgeguthaben auch die Aufteilung der Vermögensgüter der Eheleute, die güterrechtliche Auseinandersetzung statt. Zu den Vermögensgütern gehören insbesondere auch die gemeinsame Liegenschaft der Eheleute, die im Rahmen der Scheidung aufgeteilt werden muss. Wie ist die güterrechtliche Teilung des Hauses während der Scheidung vorzunehmen? Spielen Kinder bei der Aufteilung des gemeinsamen Hauses eine Rolle? 

Gerne informieren wir Sie über die Aufteilung Ihrer Immobilie in einem persönlichen Beratungsgespräch. 

Was passiert bei der Scheidung mit der gemeinsamen Liegenschaft?

Unterstehen die Ehegatten dem Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung, findet sowohl bei der strittigen Scheidung  als auch bei einer einvernehmlichen Scheidung eine Teilung des Vermögens im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung statt. Festzuhalten ist demnach, dass der Güterstand der Eheleute bei der Scheidung entscheidend für die Zuteilung der Liegenschaft ist. Wie die Vermögensaufteilung und somit auch die Aufteilung der Immobilie erfolgt, hängt von dem Güterstand der Eheleute zum Zeitpunkt der Scheidungseinreichung, der Art des Eigentums an der Liegenschaft und des Kreditvertrags ab. In der Schweiz gibt es drei verschiedene Güterstände, nämlich die Errungenschaftsbeteiligung, die Gütertrennung und die Gütergemeinschaft. Die Errungenschaftsbeteiligung gilt immer dann in der Schweiz, wenn die Ehegatten nicht durch einen Ehevertrag einen anderen Güterstand wie die Gütertrennung oder die Gütergemeinschaft vereinbart haben. Neben dem Güterstand ist auch die Eigentumsform über die Liegenschaft, das Alleineigentum,  Miteigentum oder Gesamthandeigentum ausschlaggebend für die Aufteilung der Liegenschaft bei der Scheidung. 

Vermögensteilung bei der Scheidung – ist der Güterstand entscheidend?

Bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung während der Scheidung ist für die Entscheidung, wer das gemeinsame Haus erhält, neben dem Güterstand auch die Eigentumsform ausschlaggebend. Das Haus kann bei der Scheidung im Alleineigentum, Miteigentum oder Gesamthandeigentum der Ehegatten stehen. 

In der Schweiz existieren drei unterschiedliche Güterstände. Sofern die Ehegatten keinen Ehevertrag während der Ehe abgeschlossen haben, unterstehen sie dem Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung. beim Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung fällt die gemeinsame Immobilie der Eheleute bei der Scheidung zu den Errungenschaften. Jeder Ehepartner hat damit einen hälftigen Anspruch auf die Liegenschaft. Über die Aufteilung der Liegenschaft müssen sich die Eheleute allerdings ggf. mit Hilfe des Gerichts einigen. Gibt es Unterschiede bei der Aufteilung der Liegenschaft beim Güterstand der Gütertrennung oder der Gütergemeinschaft? 

Scheidung – gemeinsame Liegenschaft beim Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung

Sofern kein Ehevertrag existiert, gilt bei den Ehegatten der Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung. 

Der Güterstand der Eheleute kann nur durch einen Ehevertrag oder durch das Gericht im Rahmen des Eheschutzverfahrens geändert werden. Beim Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung findet im Rahmen der Scheidung die güterrechtliche Auseinandersetzung statt. Dabei werden die Vermögenswerte der Ehegatten in die Kategorie des Eigenguts und der Errungenschaften aufgeteilt. Unter das Eigengut fallen alle diejenigen Vermögenswerte der Ehegatten, welche bereits vor der Ehe im Eigentum der Ehepartner standen oder während der Ehe durch Erbschaft oder Schenkung angefallen sind. Unter die Errungenschaft werden alle Vermögensgüter gezählt, welche die Ehepartner während der Ehe gemeinsam erwirtschaftet und verdient haben. Eine Liegenschaft ist dann eine Errungenschaft, wenn die Eheleute diese während der Ehe gemeinsam mit gemeinsamen Mitteln erworben haben. Bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung beim Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung nimmt jeder Ehegatte seine Vermögenswerte, sein Eigengut zurück, das sich im Besitz des anderen Ehegatten befinden. Errungenschaften werden grds. hälftig geteilt. 

Bei einer Errungenschaftsbeteiligung muss in einem ersten Schritt der Verkaufswert der Liegenschaft zum Stand der Scheidung ermittelt werden, wenn beide Ehegatten den gleichen Miteigentumsanteil an der Immobilie besitzen. Bei Uneinigkeit über den Verkaufspreis muss durch das Gericht ein objektives Sachverständigengutachten angefordert werden. nach der Ermittlung des genauen Verkaufspreises kann der andere Ehegatte durch eine Ausgleichszahlung in Höhe des hälftigen Verkaufspreises abzüglich der bestehenden Hypothek auseinandergesetzt werden.

Scheidung – gemeinsame Liegenschaft bei einer Gütergemeinschaft

Der Güterstand der Gütergemeinschaft wird mittels Ehevertrag, welcher der notariellen Beurkundung bedarf, vereinbart. Leben die Eheleute im Güterstand der Gütergemeinschaft wird das Vermögen in das Eigengut des Ehemanns, das Eigengut der Ehefrau und das Gesamtgut aufgeteilt. Die Einkünfte und das gemeinsame Vermögen können von beiden Eheleuten nur zusammen verwaltet werden, wie bei der Erbengemeinschaft. Gehört die Immobilie zum Gesamtgut der Eheleute, müssen sich diese bei einer Scheidung einigen, wer die Liegenschaft erhalten soll, sofern im Ehevertrag keine Regelung getroffen worden ist. 

Scheidung – gemeinsame Liegenschaft bei einer Gütertrennung

Auch der Güterstand der Gütertrennung muss durch eine  Ehevertrag durch die Ehegatten während der Ehe gewählt werden. Bei der Gütertrennung werden die Vermögensmassen beider Ehegatten getrennt, ein gemeinsames Eigentum gibt es nicht. Bei der Scheidung findet aus diesem Grund keine güterrechtliche Auseinandersetzung statt. Ausnahmsweise kann dem andere Ehegatten an der Liegenschaft des anderen Ehegatten dennoch ein Wohnrecht zustehen, sofern die Eheleute gemeinsame Kinder haben und die Liegenschaft die Familienimmobilie während der Ehe dargestellt hatte.

Ebenso wie die Gütergemeinschaft kann auch die Gütertrennung nur durch einen Ehevertrag vereinbart werden. Beim Güterstand der Gütertrennung gehören die jeweiligen Vermögenswerte den einzelnen Ehepartnern und ein gemeinsames Vermögen gibt es faktisch nicht. Ist ein Ehepartner Alleineigentümer der Immobilie, bleibt das Haus nach der Scheidung in seinem Besitz.

Eine Ausnahme besteht nur bei der Scheidung mit Kindern und Haus. Je nach Situation kann der Nichteigentümer einen Anspruch auf Wohnrecht haben.

Gütertrennung: Bei der Gütertrennung gehören alle Vermögensgegenstände entweder dem Ehemann oder der Ehefrau, gemeinsames Eigentum gibt es nicht. Die Immobilie gehört in diesem Fall daher während der Ehe und auch im Falle einer Scheidung nur einem der Ehegatten.

Gemeinsame Liegenschaft – wie können sich die Eheleute bei der Scheidung entscheiden?

Am kostengünstigsten ist ein Konsens der Eheleute über die gemeinsame Liegenschaft nach der Scheidung. Sofern sich die Eheleute darüber einig sind, wer die gemeinsame Immobilie nach der Scheidung behalten darf, kann diese Regelung durch einen Anwalt für Familienrecht in einer Scheidungskonvention fixiert werden. Nur bei Streitigkeiten über das Haus, muss der Richter entscheiden. Dementsprechend kann sich die Scheidung nur allein wegen der güterrechtlichen Auseinandersetzung bezüglich der Liegenschaft hinziehen, was natürlich die Kosten der Scheidung in die Höhe treiben kann. Allerdings kann das Gericht auch die Versteigerung der Immobilie anordnen, wodurch der Verkauf der Liegenschaft gerichtlich erzwungen wird. Bei einem Hausverkauf gestaltet sich die Aufteilung am unkompliziertesten, da der Erlös z.B. je nach Güterstand und Finanzierung des Hauses hälftig geteilt werden kann. Bei der Gesamthand und beim Vorliegen eines Gesellschaftervertrages sind entsprechend die dort getroffenen Vereinbarungen einzuhalten.

Welche Möglichkeiten gibt es neben dem Verkauf der gemeinsamen Liegenschaft bei der Scheidung?

  • Hausverkauf nach der Scheidung
  • Versteigerung der Liegenschaft nach der Scheidung
  • Übertragung der Liegenschaft auf einen Ehegatten
  • Liegenschaft verbleibt im Eigentum beider Ehegatten

Im Rahmen der Scheidung ist der Verkauf der Liegenschaft nur eine mögliche Variante. Können sich die Ehegatten nicht einigen, wer die Immobilie nach der Scheidung behalten darf, kann auch die Versteigerung durch das Gericht angeordnet werden. Allerdings ist diese Alternative nicht empfehlenswert, da bei der normalen Versteigerung der Immobilie im Normalfall ein geringerer Kaufpreis erzielt wird, als bei einem Bieterverfahren, das sich insbesondere für hochwertige Immobilien eignet. Bei der Durchführung eines Bieterverfahrens können sich die Ehegatten zudem durch einen Immobilienmakler beim Hausverkauf unterstützen lassen. 

Neben dem Hausverkauf kann aber auch die gemeinsame Liegenschaft nach der Scheidung auf einen der Ehegatten übertragen werden. Voraussetzung hierfür ist, dass der Ehegatten den Hypothekarzins sowie die Amortisation alleine finanzieren kann und die Bank mit der Übertragung des Kreditvertrages auf ihn einverstanden ist.

Gar nicht so selten entscheiden sich die Eheleute nach der Scheidung, das Haus gemeinsam zu behalten. Allerdings ist auch bei dieser Variante entscheidend, dass die Ehepartner die Hypothekarraten gegenüber dem Bankinstitut nachkommen können. Wegen der Gesamtschuldnerhaftung sind beide Ehegatten auch weiterhin gemeinsam verpflichtet, ihre Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Bank nach der Scheidung zu erfüllen. Sie haften hierbei nicht nur hälftig, sondern für gesamthaft für den gesamten Schuldbetrag, auch wenn der Ex-Partner nicht mehr leistungsfähig ist. 

Welche Eigentumsformen an einer Liegenschaft gibt es?

Bei der güterrechtlichen Auseinandersetzung der Immobilie bei der Scheidung sind der Güterstand, die Art des Eigentums an dem Haus und das bestehen einer Hypothek entscheidende Faktoren. Daneben ist aber auch die Eigentumsform an der Liegenschaft eine tragende Rolle.

Als Eigentumsformen werden das Alleineigentum, das Miteigentum und das Gesamthandseigentum unterschieden.

Haus im Miteigentum bei der Scheidung

In der Regel wird die Liegenschaft von den Ehepartner gemeinsam gekauft,  so dass die Ehepartner an der Liegenschaft Miteigentümer sind. Jeder der Ehepartner kann über seinen Miteigentumsanteil frei verfügen. Die Miteigentumsanteile sind im Grundbuch mit einer Eigentumsquote von 1/2 – 1/2  eingetragen. Unerheblich ist hierbei die Tatsache, wer und in welcher Höhe die Liegenschaft mit welchen Mitteln finanziert hat. Sofern die Ehegatten diesbezüglich eine abweichende Vereinbarung treffen möchten, können sie eine Miteigentumsquote von beispielsweise 40 / 60 im Grundbuch eintragen lassen. Dies hat auch Auswirkungen auf die Scheidung, da demzufolge die Hypothek und der Verkaufsgewinn entsprechend aufzuteilen sind.

Haus im Gesamteigentum bei der Scheidung

Wurde die Immobilie im Gesamteigentum durch beide Ehegatten erworben, gehört das Haus beiden Ehepartnern als gemeinsames Eigentum. Das Gesamteigentum kann durch einen Vertrag oder durch eine Gesetzesvorschrift begründet werden. Die gesetzliche Definition ist in Art. 652 ff. ZGB geregelt. Beim Gesamteigentum liegt gemeinschaftliches Eigentum der Eheleute ohne Quotenteilung. Es müssen die Eheleute als Eigentümer damit nicht wie beim Miteigentum nach Bruchteilen im Grundbuch eingetragen werden. Beim Gesamteigentum können die Ehegatten nur einstimmig über die Liegenschaft verfügen. Für Hypothekenschulden haften die Eigentümer beim Gesamteigentum solidarisch. Die Bank kann sich daher wahlweise nur an den Ehemann oder nur an die Ehefrau wenden, um die Schulden einzutreiben. Im Unterschied zum Miteigentum haben die Eheleute keinen Teilungsanspruch. Beim Miteigentum haben Sie als Miteigentümer jederzeit das Recht, die Teilung des Miteigentums zu verlangen. Die Ehegatten können in solch einer Situation beispielsweise die Immobilie verkaufen oder einer der beiden übernimmt den Miteigentumsanteil des anderen. Für Gesamteigentümer sieht das Gesetz keinen Teilungsanspruch vor. Nur wenn ein Aufhebungsgrund eintritt, wie zum Beispiel bei einer Scheidung, können Sie das Gesamteigentum an der Immobilie aufheben lassen.

Haus im Alleineigentum bei der Scheidung

Beim Alleineigentum gehört das Haus nur einem Ehegatten. Bei der Scheidung hat der andere Ehepartner keinen Anspruch auf die teilung der Liegenschaft im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung. Der andere Ehegatte kann ggf. nur ein befristetes Wohnrecht beanspruchen. Ausnahmsweise hat der andere Ehegatte einen Anspruch auf Mehrwertauszahlung, wenn er während der Ehe Errungenschaft in die Immobilie einbezahlt hat und sich dadurch der Wert erhöht hat. In diesem Fall hat der Ehepartner Anspruch auf die Hälfte des Mehrwerts bei der Scheidung.

Welche Regelung gilt beim Kreditvertrag nach der Scheidung oder Trennung?

Die Mehrheit aller in der Schweiz gekauften Häuser wird mit Hilfe eines Kreditvertrages gekauft. In vielen Fällen ist die Liegenschaft bei einer Scheidung noch nicht abbezahlt. Was aber passiert mit der Hypothek nach der Trennung der Parteien? Welcher Ehegatte bezahlt den Hypothekarzins weiter und wer darf in der Liegenschaft wohnen bleiben? Steht die Liegenschaft in beiderseitigen Eigentum der Eheleute, lautet der Kreditvertrag meist auf beide Parteien. Die Eheleute haften damit gemeinsam als Solidarschuldner für die Hypothek der Liegenschaft. Beide Ehegatten stehen mithin unabhängig ihrer Trennung  in der Schuld, den Hypothekarzins an die Bank zu bezahlen. Die Bank kann von jedem Ehegatten den ganzen Hypothekarzins. Dies bedeutet, dass beide Parteien für die gesamte Hypothek haftbar sind – und zwar unabhängig von ihren jeweiligen finanziellen Mitteln. Die Konsequenz für die Scheidung ist, dass die Bank frei wählen kann, von wem sie den geschuldeten Hypothekarkredit und die fälligen Zinsen einfordert. Nicht immer ist die Bank damit einverstanden, einen der Ehegatten aus dem Hypothekarvertrag zu entlassen. Insbesondere dann nicht, wenn die Einkommensverhältnisse eines der Ehegatten begrenzt sind und für die Abzahlung der Hypothek nicht ausreichen. In der Schweiz gilt nämlich die Regel, dass Hypothekarnehmer maximal einen Drittel des Brutto-Haushaltseinkommens für die Wohnkosten aufwenden dürfen (Tragbarkeitsregel).  Aber auch die vorzeitige Auflösung des Hypothekarvertrags bei der Scheidung kann die Eheleute teuer zu stehen kommen. In der Regel fällt nämlich in aller Regel eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung an, die sich an der verbleibenden Laufzeit bis zum regulären Ende der Hypothek sowie am aktuellen Zinsniveau und dem Zinsniveau bei Abschluss der Hypothek orientiert. Hier ist meist eine mögliche Lösung die Übernahme der Hypothekarzinsen durch den besser verdienenden Ehegatten, der wiederum ein Recht auf Nutznießung oder Wohnrecht zugewiesen erhält. Lassen Sie sich von uns als Anwälte für Familienrecht beraten, um möglichst finanzielle Belastungen vorweg zu vermeiden.

Trotz Alleineigentum nach der Scheidung – wann hat der andere Ehegatte mit Kind ein Wohnrecht? 

Sofern sich die Ehegatten nicht einigen können, wer nach der Scheidung die gemeinsam erworbene Liegenschaft behalten darf, muss darüber das Gericht entscheiden. Im Streitfall wird die gemeinschaftliche Sache nach gerichtlicher Anordnung entweder körperlich geteilt oder versteigert. Ergänzend sieht das Gesetz zum Familienrecht vor, dass der Ehegatte, der ein überwiegendes Interesse nachweist, den gemeinschaftlichen Vermögenswert, also das Haus, gegen Entschädigung des andern Ehegatten ungeteilt zugewiesen erhalten kann. Zudem muss dieser Ehegatte nachweisen, dass die Bank mit seiner alleinigen Übernahme des Kreditvertrages einverstanden ist.

Liegenschaft wurde aus dem Eigengut eines Ehegatten finanziert

Oft fragen uns die Kunden, ob auch dann die eheliche Liegenschaft im Rahmen der güterrechtlichen Auseinandersetzung bei der Scheidung geteilt werden muss, wenn die Immobilie ausschliesslich aus dem Eigengut eines der Ehegatten finanziert worden ist. Wurde das während der Ehe gekaufte Haus rein aus dem Eigengut wie einer Erbschaft des einen Ehegatten bezahlt, muss dieses Haus nicht bei der Scheidung geteilt werden. Allerdings ist hier die Beweisregelung dergestalt, dass der Ehegatte beweisen muss, dass die Immobilie durch sein Eigengut finanziert worden ist. geht dieser beweis fehl, wird Errungenschaft mit der Konsequenz der Güterteilung der Immobilie angenommen.

Muss das gemeinsame Haus bei der Scheidung verkauft werden?

Sofern einer der Ehegatten auch nach der Scheidung das gemeinsame Haus alleine finanzieren kann, muss die Liegenschaft nicht verkauft werden. Dieser Ehegatte muss grundsätzlich mit dem finanzierenden Bankinstitut eine Abmachung darüber treffen, dass er nach der Scheidung die Hypothek alleine übernimmt und der andere Ehegatten aus dem Kreditvertrag entlassen wird. Zudem sollte zwischen den Ehegatten eine Einigung darüber stattfinden, ob und in welcher Höhe der das Haus übernehmende Ehegatten den anderen Ehepartner ausbezahlt. Auch ist anzuraten eine Abmachung zu treffen, wer nach der Scheidung in der Liegenschaft wohnen bleibt, insbesondere wenn gemeinsame Kinder dort aufgewachsen sind und noch in die Schule gehen. Natürlich kann auch nach der Scheidung die Immobilie weiterhin im Miteigentum der Eheleute verbleiben. In diesem Fall muss der Ehegatte, der weiterhin im Haus leben bleibt, dem anderen Ehegatten eine Nutzungsentschädigung als Miete bezahlen. Wichtig ist für diesen Fall schriftlich zu fixieren, wer und in welcher Höhe die Hypothekarraten bei der Bank abzahlt.

Scheidung mit Immobilien, Liegenschaften
Scheidung mit Immobilien, Liegenschaften

Liegenschaft gehört zum Eigengut eines Ehegatten – Was geschieht mit dem Haus nach der Scheidung? 

Ein wesentliches Kriterium bei der Aufteilung der Vermögensgüter während der Scheidung ist die Frage, wie der Gegenstand oder die Immobilie der Eheleute finanziert worden ist. Hier muss zwischen der Finanzierung durch Errungenschaft und dem Eigengut eines des Ehegatten unterschieden werden. Sofern das Haus bereits vor der Heirat einem der Eheleute gehört hat, ist das Haus Eigengut des Ehegatten und nicht bei der Scheidung aufzuteilen. Allerdings kann dem Ehegatte nach der Scheidung trotz Alleineigentum kein Wohnrecht an der Immobilie zustehen. Dies ist meist der Fall, wenn die Immobilie vor der Scheidung die eheliche Familienliegenschaft war und die Ehegatten dort mit ihren Kinder gelebt haben. Meist wird dann an der Liegenschaft ein befristetes Wohnrecht solange begründet, bis die gemeinsamen Kinder ausziehen oder die Schule beenden.

Als Anwalt für Familienrecht berate ich Sie gerne bei der Übertragung der Liegenschaft im Rahmen der Scheidung.

Was ist bei der Scheidung mit Liegenschaft zu beachten

Da eine strittige Scheidung und der Streit um die gemeinsame Immobilie sehr viel Kosten verursachen kann, sollten sich die Eheleute aussergerichtlich gemeinsam und am besten mithilfe ihres Anwaltes für Familienrecht die folgenden Fragen beantworten.

Welcher Ehegatte darf nach der Trennung in der Liegenschaft wohnen bleiben?

Welcher Wert ist für die Ausgleichszahlung für die Liegenschaft im Rahmen der Scheidung anzusetzen?

Einigen sich die Ehegatten auf einen gemeinsamen Gutachter für die Begutachtung des Hauses?

Welcher Ehegatte erhält von der Bank die Übernahmebestätigung für die Hypothek?

Wie wurde die Liegenschaft erworben? Mit Mitteln der Errungenschaft, Hypothek, Vorsorgeguthaben oder Eigengut?

Soll nach der Scheidung ein Wohnrecht vorgemerkt werden? Wer hat darauf einen Anspruch?

Gerne können Sie sich auch zu folgenden Themen informieren:

Internationale Scheidung – binationale Ehe

Suchen Sie einen Anwalt und Experten für eine internationale Scheidung?

Internationale oder binationalen Ehen, also bei welchen die Ehepartner aus zwei verschiedenen Ländern stammen, führen in der Schweiz zunehmend zu internationalen Scheidung. Bei der internationalen Scheidung mit Bezug zum Ausland stellen sich aber verschiedene Fragen im Zusammenhang mit der Einreichung der Scheidung. Welches Gericht ist für die internationale Scheidung bei binationaler Ehe zuständig? Welches Recht findet auf die internationale Scheidung Anwendung? Kann man bei internationaler Scheidung in zwei Ländern, also beispielsweise in der Schweiz als auch in Deutschland gleichzeitig die Scheidungsklage einreichen? Können die Ehegatten das anwendbare Recht bei einer binationalen Ehe bestimmen? 

Das Ende einer binationaler Ehe stellt die Ehegatten vor rechtliche Herausforderungen. So werden deutsche in der Schweiz lebende Staatsbürger gleichermassen vor die Frage gestellt wo die Scheidung einzureichen ist, wie schweizerische Staatsbürger in Deutschland, Frankreich oder der Tschechischen Republik.

Sofern beide Ehegatten Ausländer sind, ist in einem ersten Schritt genau zu prüfen, in welchem Land nicht nur die Scheidung eingereicht werden kann, sondern vor allem, welches Land dem klagenden Ehegatten finanzielle Vorteile bietet. 

Als Fachanwaltskanzlei für Familienrecht mit internationaler Ausrichtung beraten wir Sie als Scheidungsanwalt detailliert im Bereich des internationalen Familienrechts mit dem Schwerpunkt Scheidung. Bitte vereinbaren Sie bei uns einen Beratungstermin unter Tel: +41 43 545 01 50

Internationale Scheidung – worauf ist zu achten?

Grundsätzlich ist immer zu bedenken, dass bei der internationalen Scheidung einer binationalen Ehe fast immer mehrere Gerichte in verschiedenen Ländern für die Einreichung der Scheidung zuständig sein können. Sind der Ehemann Schweizerischer Bürger und die Ehefrau deutsche Staatsbürgerin, so kann die internationale Scheidung grundsätzlich sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz eingereicht werden. Dies sogar dann, wenn beide Ehegatten ihren letzte gemeinsamen Wohnsitz in der Schweiz hatten. Jedoch kann die Scheidungseinreichung in einem Land für den klagenden Ehegatten aus verschiedenen, meist finanziellen Gründen effektiver sein als die Scheidung in einem anderen Land. Daher ist dringend die Beiziehung eines Scheidungsanwaltes vor der Anhängigmachung einer internationalen Scheidung anzuraten. Ist die Scheidung in einem der beiden Länder einmal eingereicht, kann der andere Ehegatten die Scheidung in keinem zweiten Land bei Gericht stellen. Es gilt die Einrede der Rechtshängigkeit (Litispendenz), nach welcher sich das später angerufene Gericht für unzuständig erklären muss.

Anwalt internationale Scheidung
Anwalt internationale Scheidung

Zuständigkeit der Gerichte bei der internationalen Scheidung

Weshalb ist die Zuständigkeit der Gerichte bei der internationalen Scheidung anders als bei einer nationalen Scheidung? Leben die Ehegatten nach der Trennung in verschiedenen Ländern oder besitzen sie verschiedene Staatsangehörigkeiten können die Gerichte mehrerer Länder für die internationale Scheidung grundsätzlich zuständig sein.

In der Schweiz wird die Zuständigkeit der schweizerischen Gerichte bei der Scheidung mit Auslandbezug durch das IPRG (Bundesgesetz über das Internationale Privatrecht) geregelt. Danach sind bei einer internationalen Scheidung oder Trennung die schweizerischen Gerichte am Wohnsitz des beklagten Ehegatten oder am Wohnsitz des klagenden Ehegatten zuständig, sofern dieser sich seit einem Jahr in der Schweiz aufhält oder wenn er Schweizer Bürger ist.

In der EU (nicht Dänemarks) ergibt sich in erster Linie die internationale Entscheidungszuständigkeit nach der Verordnung (EUG) Nr. 2201/2003 des Rates über die Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Ehesachen und in Verfahren betreffend die elterliche Verantwortung und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 1347/2000, kurz Brüssel IIa –VO oder EheVO II  genannt.

Danach kann neben der Zuständigkeit in der Schweiz für die Scheidung auch eine Zuständigkeit in einem EU-Mitgliedland für die internationale Scheidung unter anderem gegeben sein, wenn 

  • beide Ehegatten ihren gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Mitgliedland (z.B. Deutschland) haben oder
  • die Ehegatten zuletzt beide ihren gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Mitgliedland hatten, sofern einer von ihnen dort noch seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, oder
  • der klagende Ehegatte seinen gewöhnlichen Aufenthalt in diesem Mitgliedland hat oder
  • der klagende Ehegatte seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, wenn er sich dort seit mindestens sechs Monaten unmittelbar vor der Einreichung der Scheidung aufgehalten hat und entweder Staatsangehöriger des betreffenden Mitgliedstaats ist oder, im Fall des Vereinigten Königreichs und Irlands, dort sein „domicile“ hat. 
  • beide Ehegatten besitzen die Staatsangehörigkeit dieses Mitgliedstaates (auch wenn sie im Ausland leben, oder, im Fall des Vereinigten Königreichs und Irlands, in dem sie ihr gemeinsames „domicile“ haben.

Die Europäische Union hat mit Brüssel IIa –VO Verordnung die Zuständigkeit der Gerichte bei der internationalen Scheidung geregelt. , Dabei ist es wichtig, wo die Eheleute leben, welche Staatsangehörigkeit sie besitzen resp. in welchem Land sie zuletzt (gemeinsam) gelebt haben. Durch diese Vereinheitlichung soll die Vermögensaufteilung bei einer Scheidung internationaler Ehen einfacher regelbar sein. 

Jedoch haben nicht alle Mitgliedstatten der EU-Staaten diese Regelung für gültig angenommen, diese ist in 18 Ländern gültig.

Gerne informieren ich Sie als Anwalt für internationale Scheidung darüber, in welchem Land Sie Ihre Scheidung einreichen können und wo die Einreichung für Sie am vorteilhaftesten ist.

a) Ehegatten haben ausländische / deutsche und schweizerische Staatsbürgerschaft und Wohnsitz Schweiz

Haben die Ehegatten eine ausländische und/ oder schweizerische Staatsbürgerschaft und leben sie in der Schweiz, dann sind für die internationale Scheidung auch die schweizerischen Gerichte zuständig. Daneben kann auch die Zuständigkeit der Gerichte des Heimatlandes des ausländischen Ehegatten gegeben sein. 

Leben die Ehegatten an verschiedenen Wohnsitzen in der Schweiz, dann ist sogar in der Schweiz die Einreichung der Scheidung bei den Gerichten der beiden Wohnsitze der Eheleute möglich. Die Ehepartner müssen sich dann entscheiden, an welchem Gericht sie die Scheidung einreichen möchten. Auch hier können die Kosten eine Rolle spielen, da die Scheidungskosten in jedem Kanton unterschiedlich hoch sind.

Vergleicht man beispielsweise die Gerichtskosten der Kantone Zürich und Bern, so sind die Gerichtskosten in Bern bereits mehrere Tausend Schweizer Franken geringer für eine Scheidung als in Zürich. Bei einer Scheidung auf gemeinsames Begehren wählen die Eheleute meist gemeinsam das Gericht aus und reichen dort ihren Scheidungsantrag inklusive Scheidungskonvention ein.

b) Ein Ehegatte hat Wohnsitz in der Schweiz / andere Ehegatte lebt (mit Kindern) im Ausland – Deutschland

Für die Einreichung der Scheidung in der Schweiz wird keine schweizerische Staatsbürgerschaft benötigt. Voraussetzung ist, dass der beklagte Ehegatte seinen Wohnsitz in der Schweiz hat oder der klagende Ehegatte mindestens seit einem Jahr in der Schweiz lebt. Für Kinderbelange sind meist die Gerichte am Wohnsitz des Kindes zuständig. Seit dem 1. Juli 2009 gelten für die Schweiz zwei neue Haager Übereinkommen, das Haager Kindesschutzübereinkommen (HKsÜ) und das Haager Erwachsenenschutzübereinkommen (HEsÜ). Für die Anordnung von Massnahmen zum Schutz des Kindes oder seines Vermögens sind grundsätzlich die Gerichte und Behörden des Vertragsstaats zuständig, in dem es seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat (Art. 5 Abs. 1 HKsÜ). Auf eine Definition des „gewöhnlichen Aufenthalts“ wurde im Gesetz verzichtet.

Der Begriff ist vielmehr anhand der konkreten, aktuellen Umstände zu ermitteln und meint im Wesentlichen den tatsächlichen Mittelpunkt der Lebensführung oder den Schwerpunkt der Bindungen des Kindes.  Innerhalb der Schweiz bestimmt sich die örtliche Zuständigkeit der Gerichte und Behörden nach den Bestimmungen des schweizerischen IPRG. Zu beachten ist, dass im Falle eines Wechsels des gewöhnlichen Aufenthalts des Kindes von der Schweiz in einen anderen Vertragsstaat, diese Gerichte und Behörden neu zuständig werden. Die Zuständigkeit am bisherigen gewöhnlichen Aufenthaltsort wird im Verhältnis unter den Konventionsstaaten nicht aufrechterhalten (Art. 5 Abs. 2 HKsÜ). Bei einem Wegzug des Kindes von der Schweiz in einen Nichtkonventionsstaat dagegen erscheint es sinnvoll, einstweilen zuständig zu bleiben, die Zuständigkeit aber aufzugeben, sobald feststeht, dass die ausländischen Behörden das Verfahren für Massnahmen oder Entscheidungen aufnehmen, die in der Schweiz anerkannt werden können oder jedenfalls das Schutzbedürfnis abdecken. Allerdings gibt es bei der Scheidung der Eltern auch Abweichungen vom Grundsatz der Zuständigkeit am gewöhnlichen Aufenthalt des Kindes. 

Wird die internationale Scheidung in der Schweiz durch den klagenden Ehegatten eingeleitet, muss das schweizerische Gericht diese über die Rechtshilfe dem beklagten Ehegatten ins Ausland zustellen. Das schweizerische Gericht wird den im Ausland lebenden Ehegatten auffordern, einen in der Schweiz ansässigen Zustellungsempfänger zu benennen. Dies kann ein in der Schweiz ansässiger Anwalt für Scheidung bzw. Scheidungsanwalt sein.

 c) Schweizerische Staatsbürger mit Wohnsitz im Ausland

Sofern beide Ehegatten ihren Wohnsitz im Ausland besitzen, können sie auch nur dort ihre Scheidung einreihen. Ein schweizerisches Gericht wäre für die internationale Scheidung in der Schweiz nur dann zuständig, wenn wenn es unmöglich oder unzumutbar ist, die Klage am ausländischen Wohnsitz eines der Ehegatten zu erheben.

Anwalt für internationale Scheidung: Welches Recht ist bei der internationalen Ehescheidung anzuwenden?

Wird die Scheidung durch einen Ehegatten in der Schweiz eingereicht, untersteht diese dem schweizerischem Recht. Es ist in diesem Fall nicht entscheidend, ob die Parteien die schweizerische Staatsbürgerschaft besitzen. Auch die Scheidungsnebenfolgen unterstehen bis auf einige Ausnahmen dem schweizerischen Recht, sofern die Scheidung in der Schweiz eingereicht wird. Beim nachehelichen Unterhalt, dem Kindesunterhalt, dem Güterrecht sowie den Wirkungen des Kindesschutzverhältnisses und dem Minderjährigenschutz existieren Staatsverträge, welche dem IPRG in der Regel vorgehen und ein anderes Recht bestimmen können, als das schweizerische. Sofern mithin die Kinder im Ausland leben, bestimmt sich das auf den Kindesunterhalt anzuwendende Recht meist nach dem Recht des Wohnsitzlandes.

Bei internationalen Scheidungen kommt es somit recht häufig vor, dass auf die Scheidung eine andere Rechtsordnung Anwendung findet als beispielsweise auf die Nebenfolgen wie das Güterrecht oder den Unterhaltsanspruch. Wird die Scheidung im Ausland in einem der Mitgliedstaaten der EU eingereicht, gilt für die Anwendung des Scheidungsrechts grds. die Rom III Verordnung. Danach kann es durchaus vorkommen, dass auf die Scheidung nicht das Recht des ausländisches Wohnsitzstaates des klagenden Ehegatten anwendbar ist, sondern das letzte gemeinsame Heimatrecht der Eheleute.

Suchen Sie Rat von einem Anwalt für internationale Scheidung zum Thema Unterhalt?

Für den unterhaltsberechtigten Ehegatten kann das Land der Scheidungseinreichung entscheidend sein für die Höhe seines Unterhaltsanspruches. Deshalb ist immer eine Beratung mit einem Scheidungsanwalt vor der Scheidung anzuraten, um sich über die verschiedenen Möglichkeiten der Unterhaltsansprüche zu informieren. In vielen EU-Ländern sowie auch in der Schweiz ist auf den Unterhalt das Übereinkommen über das auf Unterhaltspflichten anzuwendende Recht vom 2. Oktober 1973 anwendbar. Während beispielsweise in Deutschland der Kindesunterhaltsanspruch nach der Düsseldorfer Tabelle bemessen wird, beruht die Unterhaltsberechnung in der Schweiz für Kinder auf anderen Kriterien, wie den tatsächlichen Ausgaben, den Barbedarf und auch der Erwerbstätigkeit des Obhutsberechtigten Elternteils.

Internationale Scheidung und Rechtswahl im Ehevertrag

Sowohl nach schweizerischem Recht als auch nach dem Recht der meisten EU-Länder können die Ehegatten eine Rechtswahl  bzgl. ihrer Vermögensverhältnisse treffen, welches Recht während ihrer Ehe und bei ihrer Scheidung zugrunde gelegt werden soll. In der Schweiz ist nur eine Rechtswahl bzgl. der güterrechtlichen Verhältnisses möglich, nicht jedoch über das auf den Unterhalt anzuwendende Recht bei Scheidung. Diese Rechtswahl kann, wenn sie beide Ehegatten gemeinsam treffen, noch bis zur Scheidungsanhörung getroffen werden. Die den Ehevertrag in der Schweiz abschliessenden Ehegatten können wählen zwischen dem Recht des Staates, in dem beide ihren Wohnsitz haben oder nach der Eheschliessung haben werden, und dem Recht eines ihrer Heimatstaaten. 

Die Ehegatten können das auf ihre Scheidung anwendbare Recht selbst bestimmen. Dabei können sie beispielsweise das Recht des Staates wählen, dessen Staatsangehörigkeit einer der Ehegatten zum Zeitpunkt der Rechtswahl besitzt. Ist einer der Ehegatten Deutscher, kann also deutsches Recht gewählt werden. In den meisten EU-Ländern gilt die EU-Verordnung („Rom III“), welche regelt, welches Recht im Falle einer Ehescheidung in Fällen mit Auslandsbezug zur Anwendung kommt. 

Angesichts der Globalisierung und der wachsenden Zahl bi-nationalen Ehen wie auch von Menschen mit mehreren Staatsangehörigkeiten war es das Ziel der Rom III einheitliche Regeln zu schaffen, welches Recht auf eine Scheidung Anwendung findet. 

Dabei wird grundsätzlich an den gewöhnlichen Aufenthalt der Ehegatten und nicht mehr primär an ihre Staatsangehörigkeit angeknüpft.

Bezüglich der Rechtswahl können die Ehegatten das auf ihre Scheidung anwendbare Recht selbst bestimmen. Dabei können sie beispielsweise das Recht des Staates wählen, dessen Staatsangehörigkeit einer der Ehegatten zum Zeitpunkt der Rechtswahl besitzt. Ist einer der Ehegatten Deutscher, kann also deutsches Recht gewählt werden. 

Da die Rechtswahl sehr grosse Auswirkungen haben kann, ist binationalen Ehepaaren oder Ehepaaren aus dem Ausland anzuraten, sich in Bezug auf die Möglichkeiten einer Rechtswahl an einen Anwalt für Scheidung zu wenden. Bei Fragen zur internationale Scheidung sind Sie bei mir an der richtigen Adresse!

Kann eine Rechtswahl der Gerichte für die Scheidung getroffen werden?

Bei der Frage, ob durch eine Gerichtsstandsvereinbarung oder Rechtswahl der Ehegatten das Gericht für die spätere Scheidung und die Scheidungsnebenfolgen getroffen werden kann, prüfe ich als Anwalt für internationale Scheidung vorab ob es sich um eine ausschliessliche, zwingende oder allgemeine Zuständigkeit der jeweiligen Zuständigkeitsbestimmungen handelt.


Weder von den ausschliesslichen Zuständigkeiten, noch von den zwingenden Zuständigkeiten darf durch Gerichtsstandsvereinbarung (IPRG 5, LugÜ 23) noch durch Einlassung (IPRG 6, LugÜ 24) abgewichen werden. Anders als bei der ausschliesslichen Zuständigkeit kann dem Kläger jedoch ein Wahlrecht zustehen. In der Schweiz ist die Zuständigkeit der Gerichte im Bereich des Familienrechts mit wenigen Ausnahmen etwas Zwingendes, so dass es den Parteien hier nicht freisteht diese Zuständigkeit durch eine Gerichtsstandsvereinbarung zu verändern.


Das Lugano-Übereinkommen, das die Schweiz mit der grossen Mehrzahl der europäischen Staaten (darunter auch mit Deutschland und Tschechien) abgeschlossen hat, regelt die Zuständigkeit der Vertragsstaaten – aber nicht für alle Arten von Streitigkeiten, sondern vor allem für wirtschaftlich bedeutende Fragen. Es verzichtet deshalb darauf, die Zuständigkeit für Scheidungsklagen zu regeln, anders als z.B. die Zuständigkeit für Streitigkeiten aus einem Kaufvertrag. Die Schweiz war daher frei, diesen Punkt selbst, im nationalen Recht, zu regeln. Für die Bestimmung der Zuständigkeit der schweizerischen Gerichte für die Scheidung ist daher das IPRG (Internationale Privatrecht), Art. 59 IPRG zwingend anwendbar. Diese Vorschrift ist demnach zwingend und es kann von ihr durch Rechtswahl nicht abgewichen werden. 

Würde nun durch eine Gerichtsstandsvereinbarung beispielsweise festgelegt werden, dass für eine allfällige Scheidung die schweizerischen Gericht zuständig wären und würden die Eheleute im Zeitpunkt der späteren Scheidung gar nicht mehr in der Schweiz leben, wäre diese Vereinbarung obsolet. Aus diesen Gründen sind die Zuständigkeiten für die Scheidungsgerichte gemäss schweizerischem Gesetz zwingend und nicht durch die Parteien zu vereinbaren. Auch nach der in der EU anzuwendenden Brüssel IIa-Verordnung kann unter den Parteien im Voraus die Zuständigkeit für ein Gericht bestimmt werden, das für die spätere internationale Scheidung zuständig sein soll. 

Gerne berate ich erfahrener Anwalt für Scheidung. Unsere Advokatur ist auf internationale Scheidungsfragen spezialisiert. In einer Scheidungsberatung erklären wir Ihnen Ihre Möglichkeiten bezüglich Ihrer Rechtswahl. Ihr Experte und Anwalt für Scheidung findet für Sie die optimale Lösung.

Gerne können Sie sich auch zu folgenden Themen informieren:

Einreichung der Scheidung – das Scheidungsgesuch

Sofern Sie in der Schweiz die Scheidung einreichen möchten, müssen Sie vorab prüfen, welche der vorhandenen Möglichkeiten die richtige Scheidungsform für Sie ist: die strittige Scheidung resp. einseitige Scheidung, die Scheidung auf gemeinsames Begehren oder die „Härtefall-Scheidung“

Die Variante der Scheidung auf gemeinsames Begehren bietet sich insbesondere für diejenigen Eheleute an, welche sich bereits über die Scheidungsnebenfolgen geeinigt haben oder sich einigen möchten sowie eine schnelle und kostengünstige Scheidung wünschen.

Für jede der Scheidungsvarianten sind auch unterschiedliche Gesuche bei den Familiengerichten einzureichen. Auch ist zu beachten, dass für jede Variante der Scheidung in der Schweiz verschiedene Unterlagen einzureichen sowie andere Verfahrensformvorschriften anwendbar sind. 

Scheidungsklage – strittige Scheidung – Scheidung auf einseitiges Begehren

Sind sich die Ehegatten über die einzelnen Nebenfolgen der Scheidung wie Unterhalt, Kinderbelange und Güterrecht nicht einig, kann durch einen der Ehepartner eine Scheidungsklage, also eine Scheidung auf einseitiges Begehren bei Gericht eingereicht werden.

Allerdings muss bei der strittigen Scheidung als Scheidungsgrund die zweijährige Trennungszeit bereits abgelaufen sein. Bei der Scheidung auf einseitiges Begehren kann somit kein Scheidungsgesuch, sondern nur eine Scheidungsklage anhängig gemacht werden.

Bei einer gegebenen Unzumutbarkeit der Fortführung der Ehe innerhalb der zweijährigen Trennungszeit, also bei einem Härtefall kann die Scheidung sofort bei Gericht eingereicht werden. Die Unzumutbarkeit wird jedoch nur in Ausnahmefällen angenommen, insbesondere dann, wenn die Ehe für den Ehepartner unzumutbar ist und hier für schwerwiegende Gründe vorliegen.

Zweijährige Trennungszeit

Sofern keine Härtefallsituation vorliegt, und zwischen den Ehegatten mittels einer Scheidungskonvention keine Einigung über die Scheidungsnebenfolgen erreicht werden kann, muss eine zweijährige Trennungszeit zur Einreichung der Scheidung eingehalten werden. 

Vor Ablauf dieser zwei Jahre kann keiner der Ehegatten ohne Einwilligung des anderen Ehepartners in der Schweiz die Scheidung bei Gericht anhängig machen.

Mit Einleitung der Scheidungsklage durch einen der Ehegatten wird einseitig die strittige Scheidung eingeleitet, welche aber immer noch im Rahmen der ersten Einigungsverhandlung mit Hilfe des Gerichts mit einer Scheidungskonvention beendet werden kann. Über diese Vorgehensweis können wir Sie als Scheidungsanwalt gerne detaillierter beraten.

Unzumutbarkeit Trennungszeit

Gemäss Artikel 115 ZGB kann in Ausnahmefällen die Scheidung auch ohne Zustimmung des anderen Ehegatten verlangt werden, wenn aus schwerwiegenden Gründen die Fortführung der Ehe unzumutbar ist. 

Entscheidend ist, ob der klagenden Partei der Fortbestand des ehelichen Bandes seelisch zugemutet werden kann (BGE 127 III 129). Die Fortführung der Ehe muss für den klagenden Ehegatten unerträglich sein, so dass ihm das Abwarten der Trennungszeit nicht zugemutet werden kann.

Unter die schwerwiegenden Gründen fallen etwa Gewaltfälle, schwere Persönlichkeitsverletzungen anderer Art wie das dauernde Nachstellen während einer Trennung, Heiratsschwindel oder das Vorgaukeln eines echten Ehewillens aus fremdenpolizeilichen Motiven

Als schwerwiegende Gründe können auch gelten z.B. jahrelange Untreue, aus der Kinder entstanden sind (BGE 129 III 1); eine schwerwiegende psychische Erkrankung (BGE 5A_177/2012); schwerste Körperverletzungen und Angriffe während Streitigkeiten (BGE 127 III 129); Stalking (BGE vom 6.8.2001, 5C.141/2001) und die Scheinehe (BGE 5C.107/2004).

Die Tatsache, dass der klagende Ehegatte keine Scheinehe eingehen wollte, reicht aber als schwerwiegender Grund nicht aus, dass ihm die Ehe als unerträglich zugemutet werden kann, so dass das Gericht dennoch die Einhaltung der zweijährigen Trennungsfrist bestimmen kann (BGE 127 III 342).

Scheidung mit Teilkonvention 

Wollen die Ehegatten gemeinsam zwar die Scheidung, besteht aber bezüglich einiger der Nebenfolgen der Scheidung wie z.B. Unterhalt Uneinigkeit, können sie eine Teileinigung mit einem gemeinsamen Scheidungsbegehren bei schweizerischen Familiengericht einreichen. Im Rahmen des Scheidungsverfahren wird über diejenigen Nebenfolgen, über die kein Konsens erzielt worden ist, ein strittiges Verfahren weiter geführt und vom Gericht entschieden.

Einvernehmliche Scheidung in der Schweiz einreichen – das Scheidungsgesuch bei der Scheidung auf gemeinsames Begehren 

Da die Scheidung auf gemeinsames Begehren in der Schweiz die kostengünstigste und schnellste Methode sich scheiden zu lassen, ist, nehmen die Ehegatten diese auch am häufigsten in der Schweiz war. Dennoch kann auch bei der einvernehmlichen Scheidung mit Kosten in Höhe zwischen CHF 1’500 bis zu CHF 10’000.00 und mehr gerechnet werden, je nach der Komplexität des Scheidungsfalles.

Bei der Scheidung auf gemeinsames Begehren müssen die Ehegatten vorab in einer gemeinsamen Scheidungskonvention eine Lösung zu allen notwendigen Scheidungsnebenfolgen wie z.B. den nachehelichen Unterhalt, Kinderunterhalt, güterrechtliche Auseinandersetzung, Kinderbelange wie Sorgerecht und Obhut und die Vorsorgeaufteilung.

Das Scheidungsgesuch besteht mithin in einem gemeinsamen Scheidungsbegehren und der Einreichung der vollständigen Scheidunsgkonvention bei Gericht. Sofern der Scheidungswille und die unterzeichnende Scheidungskonvention der Ehegatten vorliegt, muss keine Trennungszeit der Ehegatten abgewartet werden, um die Scheidung in der Schweiz einzureichen.

Scheidung in der Schweiz einreichen
Scheidung in der Schweiz einreichen

Einigung über Scheidungsnebenfolgen

In der Scheidungskonvention sind unter anderen die folgenden Punkte als Scheidungsnebenfolgen zu regeln:

  • Zuteilung der elterlichen Sorge und Obhut
  • Besuchregelung des anderen Elternteils
  • Kindesunterhalt
  • nachehelicher Ehegattenunterhalt
  • Teuerungsanpassung
  • Zuweisung der ehelichen Wohnung
  • güterrechtliche Auseinandersetzung
  • Teilung der Pensionskassenguthaben
  • Regelung über Steuerzahlung

Scheidung einreichen – die Scheidungskonvention / Scheidungsvereinbarung

Die Scheidungskonvention muss alle wesentlichen Scheidungsnebenfolgen der Eheleute zu ihrer Scheidung in der Schweiz regeln. Daher ist es essentiell, diese Scheidungsvereinbarung durch einen erfahrenen Scheidungsanwalt verfassen zu lassen. 

Sobald die Scheidungskonvention in das Scheidungsurteil übernommen worden und rechtskräftig ist, gestaltet sich die Durchsetzung der Abänderung eher schwierig.

Ein Anwalt für Familienrecht kann auch die richtige Formulierung für die Nebenfolgen aufgrund der persönlichen Situation erstellen. Bei den Kinderbelangen wie dem Sorgerecht und der Obhut muss in der Scheidungskonvention dargelegt werden, ob sich beide Eltern auch weiterhin die elterliche Sorge teilen sollen und wer die Obhut über das Kind nach der Trennung erhält.

Wichtig ist hierbei auch ein konkrete Regelung der Betreuungszeiten beim anderen Elternteil unter Berücksichtigung der Ferien und Feiertage. Nur so kann gewährleistet werden, dass es diesbezüglich nicht zwischen den Eltern zu Streitigkeiten kommt. 

Bei den Vorsorgeguthaben wird regelmässig eine Teilung der Pensionskassengelder festgehalten, da die Ehegatten von gesetztes wegen auf die hälftige Teilung Anspruch haben. Ob und wer Anspruch auf nachehelichen Ehegattenunterhalt besitzt, wird anhand von Kriterien des Art. 125 ZGB bestimmt, wobei auch die Leistungsfähigkeit des unterhaltsverpflichteten Ehegatten ausschlaggebend ist.

Sofern keine Ehevertrag vorliegt, wird auch die güterrechtliche Auseinandersetzung aller Vermögenswerte der Eheleute in der Scheidungsvereinbarung geregelt. Schlussendlich ist auch entscheidend ein Saldoklausel in die Vereinbarung aufzunehmen und die Vereinbarung über die Übernahme der Prozesskostenkosten wie Anwaltskosten und Gerichtskosten.

Wo kann man die Scheidung einreichen?

Welches Gericht ist zuständig? Ehegatten haben die Möglichkeit den Scheidungsantrag und die Scheidungsvereinbarung beim zuständigen Gericht am Wohnort des Ehegatten einzureichen. Man kann dies am Wohnort der Ehefrau oder des Ehemannes tun. Prüfen Sie mit unserem Scheidungsanwalt wo Sie am Besten die Scheidung einreichen sollten. Im Kanton Basel kostet die einvernehmliche Ehescheidung weniger als im Kanton Zürich. Unser Anwalt für Scheidungsrecht informiert Sie diesbezüglich umfassend.

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