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Möglichst wenig Unterhalt - möglichst viel Unterhalt 

Selbständige versuchen die Aufwände der Firma zu erhöhen, d.h. sie zweigen so geschickt Geld ab, so dass sich ihr Einkommen verringert. Abschreibungen, Rückstellungen und andere legale Tricks in der Finanzbuchhaltung helfen hierbei. Sobald die Ehe in eine Krise gerät, wird versucht den Geschäftsgewinn zu minimieren. Die Gründung von Zweitfirmen mit Geschäftspartnern oder Freunden erschwert die Transparenz der Vermögensverhältnisse ihrer Firmen. Selbständige verdienen bei einer Scheidung oft viel weniger, so dass die Unterhaltszahlungen tief gehalten werden können.

 

Wird der Mann oder die Frau plötzlich arbeitslos und verdient somit auch viel weniger, werden die Unterhaltszahlungen massiv gesenkt. Der Richter muss bei einem Scheidungsurteil das Einkommen beider Ehepartner ermitteln. Aus diesem Grund wird oft versucht, das Einkommen möglichst tief zu halten. Gegen ein Arztzeugnis kann man i.d.R. nur wenig ausrichten. Gegen Einen Stellenverlust, welcher frühzeitig eingefädelt wurde, ist man machtlos. In diesem Fall ist es unmöglich zu beweisen, dass die Kündigung fingiert wurde. Ein Kindesunterhalt kann auch nach einer Scheidung erhöht werden. Unterhaltszahlungen an den ehemaligen Ehepartner werden nach der Scheidung i.d.R. nicht mehr verändert.

 

Wohnt ein Kind bei der Mutter, muss der Vater für das Kind Unterhalt (Alimente) bezahlen. Das Existenzminimum des unterhaltspflichtigen Elternteils darf jedoch nicht unterschritten werden. Liegt das Einkommen dieses Elternteils unter diesem Minimum, müssen keine Alimente gezahlt werden. Nicht selten muss in einem solchen Fall das Sozialamt einspringen. Es gibt für die Berechnung der Alimente eine einfache Regel: Je höher das Einkommen und das Alter des Kinds, desto höher fallen die Alimente aus. Die Alimente sollen die Kosten des alltäglichen Unterhalts wie Kleider, Hobbys, Schule, Pflege und Essen abdecken. Kinder, welche unter 16 Jahre alt sind erhalten i.d.R. noch einen zusätzlichen Betrag, den sogenannten Betreuungsunterhalt.

 

Es kann sein, dass durch die Aufgabenverteilung während der Ehe eine Situation entsteht, dass einem Ehegatten nicht zugemutet werden kann, für seien eigenen Unterhalt aufzukommen. Der nacheheliche Unterhalt ist zu zahlen bis die wirtschaftliche Selbständigkeit wieder gewonnen wird. Es gibt immer wieder Frauen oder Männer, die nach der Scheidung keine Arbeit suchen. Die Ex-Frau bzw. der Ex-Mann soll vorerst einmal bezahlen, lautet dann die Devise. Zudem kann ein langes Scheidungsverfahren finanziell sehr stark belasten. 

 

Ein weiterer Trick ist, dass Scheidungsklagen oftmals zurückgezogen werden, wenn es nach einem ungünstigen Urteilsspruch aussieht. Mit einem Wohnortswechsel kann man dann ganz einfach eine neue Scheidungs- oder Trennungsklage einreichen.